Supply-Chain-Plattform für vernetzte Lieferketten

Datenlieferant für Scope3-Emissionen

Es wird durchaus heftig über die Forderung an Unternehmen diskutiert, ihre Scope-3-Emissionen zu kennen und möglichst zu reduzieren. Wie sollen Produzenten optimieren, was sie nicht kennen und überdies nicht kontrollieren. Eine Lösung verspricht die engere Zusammenarbeit und Vernetzung entlang der Lieferkette – etwa auf einer cloudbasierten SCM-Plattform.

 (Bild: ©Siddharth/stock.adobe.com)
(Bild: ©Siddharth/stock.adobe.com)

Um ihren eigenen Einfluss auf die Umwelt nachvollziehen zu können, müssen Unternehmen untersuchen, wie viel Emissionen sie entlang ihrer Wertschöpfungskette ausstoßen. Somit fließen auch Emissionen mit ein, die nicht direkt mit den Anlagen und Fahrzeugen des Unternehmens verbunden sind. Diese werden als Scope-3-Emissionen bezeichnet und sind oft schwer zu ermitteln. Dabei versursachen diese Emissionen in den meisten Betrieben etwa 90 Prozent des ökologischen Fußabdrucks (als ESG-Kriterien bezeichnet) in der Supply Chain. Der Großteil des ökologischen Fußabdrucks ist außerhalb der direkten Kontrolle des Unternehmens.

Messung erfordert Kooperation

Mit ihren großen Partner- und Lieferantennetzwerken ist es für Hersteller schwierig, den CO2-Ausstoß entlang ihrer Wertschöpfungsketten zu messen. Doch erst mit transparenten Lieferketten können Firmen Störungen darin effektiv beheben, nicht nur in Europa, sondern weltweit. Um die Supply Chain auf ihre Scope-3-Emissionen zu untersuchen, müssen Unternehmen, Lieferanten und Partner demnach eng zusammenarbeiten.

Datengestützte Erkenntnisse

Aufgrund von Verordnungen, wie dem kürzlich in Kraft getretenen deutschen Lieferkettengesetz oder der EU-Vereinbarung über die Verordnung über die entwaldungsfreie Lieferkette, müssen Firmen mittlerweile in erheblichem Umfang auch ihre Scope-3-Emissionen erfassen und bekanntgeben. Das kann nur geschehen, wenn der Großteil der Wertschöpfungskette, inklusive Lieferschritten, externer Produktion, Co-Packing, Transport, Lagerung, Vertrieb, Verwendung und Entsorgung, dokumentiert wird. Den meisten Herstellern sind ihre unmittelbaren Zulieferer bekannt, doch um die teilweise neuen Regulierungen zu erfüllen, dürfte mehr erforderlich sein. Zum anderen sind die Informationen umfangreich und das weltweite Netzwerk aus Partnern und Zulieferern steht oft nicht miteinander in direktem Kontakt. Ein Lösungsansatz wäre es, wenn die Akteure Informationen sowie Daten austauschen, um Informationssilos aufzulösen. Doch trägt dieses Wissen über entstandene Scope-3-Emissionen zunächst nicht zu ihrer Verringerung bei.

Plattformdaten für Reports nutzen

Verringern lassen sich die Emissionen vor allem durch eine optimierte Planung und Nutzung der Ressourcen in der Wertschöpfungskette: Die Verbesserung der Abläufe in der Lieferkette – von der Planung über die Beschaffung, die Fertigung und den Transport bis hin zum Vertrieb – bedarf zunächst einer sorgfältigen Analyse. Um aus unbearbeiteten Informationen Erkenntnisse zu gewinnen und davon abgeleitete Maßnahmen umzusetzen kann kompliziert sein. Eine IT-Plattformen für das Supply Chain Management, wie sie etwa das Unternehmen e2open anbietet, kann den Angestellten eines Unternehmens dabei helfen. Mit der Optimierung betraute Datenanalysten können mit diesen Systemen etwa KI-errechnete Ergebnisse auswerten und in ihre Vorhaben integrieren. Produzenten können über die Plattform zudem ein verknüpftes Lieferantennetzwerk aufbauen, in dem Informationen entlang der Supply Chain zur Verfügung stehen. Diese Daten können in das Scope-3-Reporting der Firma einfließen.

Vernetzt zum Ziel gelangen

Die Datenbasis einer SCM-Plattform kann Angestellten zudem dabei helfen, Optimierungspotenzial in der Lieferkette aufzuspüren, etwa Ressourcenverschwendung, ineffiziente Prozesse und Mängel. Auch das Umsteuern bei Störungen in der Lieferkette kann über eine zentrale SCM-Plattform schneller von der Hand gehen, wenn etwa weniger effiziente Partner und Zulieferer erkannt werden. Bei so vielen Beteiligten und vielfältigen Elementen ist es unerlässlich, dass die Netzwerke der Lieferkette als ein geschlossenes System betrachtet werden und miteinander arbeiten. Mit gemeinsamen Informationen, intensiver Kooperation und dem gegenseitigen Informationsaustausch lässt sich jedes Element der Supply Chain gezielt verbessern. Dann rückt das Ziel transparenter Lieferketten und verringerte Scope-3-Emissionen in greifbare Nähe.