Unermüdlicher Kollege auf Abruf: Wie KI Werksmitarbeitende unterstützt

Mitarbeitende bekommen über den KI-Chatbot rasch notwendige Informationen. Wichtig - ob lokal oder in der Cloud: Die Daten verlassen niemals unkontrolliert das Unternehmen, sondern bleiben geschützt.
Mitarbeitende bekommen über den KI-Chatbot rasch notwendige Informationen. Wichtig – ob lokal oder in der Cloud: Die Daten verlassen niemals unkontrolliert das Unternehmen, sondern bleiben geschützt. – Bild: ©FotoArtist/stock.adobe.com

Ein solcher KI-Chatbot kann heutzutage Mitarbeitenden in der Fabrik als smarter Kollege jederzeit mit Zugriff auf das gesamte Anlagenwissen zur Seite stehen. In der Praxis heißt das: Statt stundenlang Handbücher zu durchforsten oder auf den einzigen Experten im Haus zu warten, fragt man einfach den digitalen Assistenten. Das erleichtert die Informationsbeschaffung enorm und spart nicht nur Nerven, sondern vor allem Zeit und damit Geld. Das ist ein wichtiger Faktor angesichts des chronischen Fachkräftemangels und immer engerer Zeitpläne in den Unternehmen.

Doch woher weiß der Chatbot eigentlich alles? Die Antwort ist einfach: Er wurde mit den firmeneigenen Daten gefüttert und in den fotorealistischen digitalen Zwilling des Betriebs integriert. Der Chatbot ‚kennt‘ also alle relevanten Dokumente, Sensorwerte und selbst die räumliche Anordnung der Maschinen beispielsweise in der Produktion. Damit wird die Fabrik gewissermaßen zum Gesprächspartner. Oder etwas salopp gesagt: Der digitale Zwilling hat sprechen gelernt.

Das Gedächtnis der Fabrik

Was genau ist ein fotorealistischer digitaler Zwilling? Im Kern eine lebensechte, maßhaltige digitale Kopie einer physischen Anlage: inklusive Gebäude, Maschinen, Leitungen sowie allem Drum und Dran. Moderne Plattformen (etwa die fotorealistischen 3D-Modelle von Framence) bündeln alle verfügbaren Informationen wie Baupläne, Grundrisse, IoT-Sensordaten, Punktwolken, Wartungsprotokolle, Bedienungsanleitungen, Fotos und sogar Live-Videostreams an einem Ort. So ein zentralisiertes Anlagengedächtnis ist Gold wert – denn wer jemals verzweifelt in veralteten Tabellen oder Ordnerstrukturen nach der einen wichtigen Info gesucht hat, weiß, dass verteilt gespeichertes Wissen viel Zeit und Nerven kostet.

Der fotorealistische digitale Zwilling schafft hier Abhilfe und sorgt dafür, dass alle Daten nur einen Klick entfernt sind. Früher musste man vielleicht quer durchs Werk zum entfernten Maschinenpark laufen, nur um eine Seriennummer abzulesen. Heute klickt der Mitarbeitende im Zwilling auf die entsprechende Anlage. Zeitsparen ist dabei kein netter Nebeneffekt, sondern zentraler Nutzen. Und gesparte Zeit bedeutet in der Produktion direkt gesparte Kosten.

Die KI führt den Nutzer zum
 gesuchten Objekt im Modell.
Die KI führt den Nutzer zum gesuchten Objekt im Modell. – Bild: Framence GmbH & Innomatik AG

Effiziente Informationssuche

Wird ein KI-Chatbot mit dem digitalen Zwilling z.B. der Produktion verknüpft, bekommen Mitarbeitende ihre Antworten sofort geliefert. Und das, ohne durch Menüs, Dokumente oder den Digital Twin selbst klicken zu müssen. Ein Instandhalter könnte etwa fragen: „Wann wurde die Pumpe P-102A zuletzt gewartet und wo finde ich sie?“ Der Chatbot durchsucht die Wartungsdaten und antwortet in Sekundenschnelle: „Pumpe P-102A hatte am 11.10.2025 eine Inspektion; sie befindet sich in Halle 2, Sektion B.“ Der Bot öffnet sogar die passende Stelle im 3D-Modell und führt den Nutzer direkt zur gesuchten Pumpe.

Dieser Komfort zahlt auch auf die Effizienz der Arbeitsprozesse ein. Mitarbeitende können zentrale Probleme deutlich schneller lösen. Statt fünf verschiedene Experten oder Systeme anzufragen, reicht ein Chatfenster. Das entlastet insbesondere Teams, die ohnehin knapp besetzt sind. Das ist gerade in deutschen Produktionsbetrieben ein hoch einzuschätzender Vorteil.

Das hessische Corporate-Start-up Innomatik hat einen solchen Chatbot für den Anlagenbetrieb entwickelt, sich mit Framence aus Bensheim zusammengetan und seinen Chatbot erfolgreich in den Framence-Zwilling integriert. So muss sich der Werksmitarbeiter nicht durch zig Dokumente wälzen, um Antworten zu erhalten. Die Produktivität steigt signifikant, da Routineanfragen von der KI beantwortet werden. Menschliche Kollegen können sich komplexeren Aufgaben widmen. Gleichzeitig bleibt die Rolle des Menschen zentral. Er ist es, der die Entscheidungen trifft, die KI überwacht und das unverzichtbare Urteilsvermögen mitbringt.

Und wo landen die Daten?

Alle Informationen, die der Chatbot und der fotorealistische digitale Zwilling nutzen, bleiben stets im Kundenbesitz. Die zugrundeliegenden KI-Modelle lassen sich wahlweise on-premises betreiben, direkt in der eigenen IT-Infrastruktur. Damit behalten Firmen die volle Hoheit über ihre Daten und können bestehende Sicherheitskonzepte nutzen. Alternativ kann die Lösung auch in einem deutschen Rechenzentrum in der Cloud gehostet werden. Dort gelten strenge Datenschutz- und Compliance-Standards, die insbesondere für industrielle Anwendungen entscheidend sind. In beiden Szenarien gilt: Die Daten verlassen niemals unkontrolliert das Unternehmen, sondern bleiben geschützt.



  • Fünf IT-Trends für 2022

    Fünf IT-Trends für 2022

    Auch 2022 werden sich die IT-Systeme von Unternehmen weiterentwickeln. Oliver Rozić, Vice President Product Engineering bei Sage, weiß wie und welche Trends dabei eine Rolle spielen könnten.

    mehr lesen: Fünf IT-Trends für 2022

  • Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

    Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

    Unternehmen gehen digital gestärkt ins dritte Corona-Jahr, so das Ergebnis einer Bitkom-Befragung unter 602 Unternehmen. Demnach will die große Mehrheit ihre Digitalisierungs-Projekte fortsetzen. Diese Aufbruchsstimmung müsse genutzt werden, so Bitkom-Präsident…

    mehr lesen: Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

  • Mittelmaß bei der Digitalisierung

    Mittelmaß bei der Digitalisierung

    Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Digitalisierung keine Spitzenposition, sondern tendiert eher zum Mittelfeld. So zumindest legt es eine Studie des Ifo Instituts nahe. Demnach sei nicht nur die…

    mehr lesen: Mittelmaß bei der Digitalisierung

  • Bauteilschwingungen Vorhersagen

    Bauteilschwingungen Vorhersagen

    Bauteilschwingungen, die bei vielen Fertigungsverfahren entstehen, führen oftmals dazu, dass die Oberfläche des Werkstücks beschädigt wird. Darüber hinaus sind sie ein Grund für erhöhten Werkzeugverschleiß. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT…

    mehr lesen: Bauteilschwingungen Vorhersagen

  • Neue General-Managerin bei DXC

    Neue General-Managerin bei DXC

    Jacqueline Fechner ist neue General-Managerin für die DACH-Region bei DXC Technology und soll künftig die Geschicke des IT-Dienstleisters in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantworten.

    mehr lesen: Neue General-Managerin bei DXC

  • Chinesische Hackergruppen zielen auf Lieferketten ab

    Chinesische Hackergruppen zielen auf Lieferketten ab

    Ein Bericht von Venafi zeigt, dass chinesische Hacker-Gruppen gezielt Code Signing-Zertifikate für Angriffe auf Software Supply Chains einsetzen.

    mehr lesen: Chinesische Hackergruppen zielen auf Lieferketten ab

  • IFS ernennt Andreas Kempenich zum DACH-Geschäftsführer

    IFS ernennt Andreas Kempenich zum DACH-Geschäftsführer

    Mit der Ernennung von Andreas Kempenich zum neuen Geschäftsführer für die DACH-Region will der Business-Software-Anbieter IFS die Dynamik in DACH weiter ausbauen.

    mehr lesen: IFS ernennt Andreas Kempenich zum DACH-Geschäftsführer

  • Kooperation von Intranav und German Edge Cloud

    Kooperation von Intranav und German Edge Cloud

    Um Unternehmen verbesserte Ortungsanwendungen für industrielle Umgebungen zu ermöglichen, wollen German Edge Cloud und Intranav zukünftig zusammenarbeiten.

    mehr lesen: Kooperation von Intranav und German Edge Cloud

  • Maschinenexporte nähern sich Vorkrisenniveau

    Maschinenexporte nähern sich Vorkrisenniveau

    Die deutschen Maschinenbauer haben ihre Ausfuhren im dritten Quartal um 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die höchsten Zuwächse verzeichneten dabei Textilmaschinen, Mikroelektronik und Landtechnik.

    mehr lesen: Maschinenexporte nähern sich Vorkrisenniveau

  • Produktionsplaner verdienen am meisten

    Produktionsplaner verdienen am meisten

    Gehalt, Jobchancen, persönliche Talente: Bei der Wahl des Ausbildungsberufs müssen junge Menschen vieles beachten. Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, welche Berufe für junge Fachkräfte am vielversprechendsten…

    mehr lesen: Produktionsplaner verdienen am meisten

  • MGM Technology Partners übernimmt Clientis

    MGM Technology Partners übernimmt Clientis

    MGM Technology Partners übernimmt die Clientis AG aus dem bayerischen Moosburg. Der SAP-Spezialist arbeitet für Großunternehmen sowie Mittelständler u.a. aus dem Maschinenbau und der Bekleidungsindustrie.

    mehr lesen: MGM Technology Partners übernimmt Clientis

  • AIM-Trendbarometer: AutoID auf gutem Weg

    AIM-Trendbarometer: AutoID auf gutem Weg

    85 Prozent der im AIM-D organisierten AutoID-Anbieter haben für das 1. Halbjahr 2021 eine verbesserte oder gleichgebliebene Geschäftsentwicklung ihrer Märkte gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr gemeldet. Das hat der Branchenverband AIM-D…

    mehr lesen: AIM-Trendbarometer: AutoID auf gutem Weg