Frontline-Mitarbeitende digital anbinden

Smiling Factory Worker with Smartphone
Bild: ©pattozher/stock.adobe.com

Frontline-Mitarbeitende – also jene, die in der Produktion, im Lager, im Außendienst oder im direkten Kundenkontakt tätig sind, stellen weltweit 80 Prozent der Firmenbelegschaften. Sie bilden somit einen essenziellen Bestandteil der Betriebsabläufe, haben aber oft keinen dauerhaften Zugang zu digitalen Unternehmensressourcen. Sie arbeiten an Maschinen, in Fahrzeugen oder auf der Fläche, ohne festen PC-Arbeitsplatz. Der Zugang zu Informationen erfolgt oft über Aushänge, Schichtleiter, persönliche Übergaben oder im schlechtesten Fall Überhaupt nicht. Diese strukturelle Trennung ist nicht nur ein Kommunikationsproblem – sie birgt auch Risiken.

  • Wissen geht verloren: Informationen über Kunden, Produkte oder Prozesse gelangen nicht zur Quelle – oder nicht zurück ins System.
  • Innovationskraft leidet: Verbesserungsvorschläge und Erfahrungswissen der Frontliner bleiben ungenutzt.
  • Digitale Kompetenzen gehen verloren: Ohne Zugang zu digitalen Tools fehlt die Möglichkeit zur Weiterentwicklung.
  • Klassendenken: Die Kluft zwischen Büro und Shopfloor wird größer – mit negativen Folgen für Kultur und Zusammenhalt.

Die Lösung dieser Probleme liegt nicht in der Ausstattung eines jeden Frontliners mit einem Laptop. Es geht um einen möglichst sicheren, mobilen, rollenbasierten Zugang zu relevanten Informationen und Prozessen. Der IT-Dienstleister und Microsoft-Partner Adlon Intelligent Solutions hat aus seinen Projekten mit Industrie-, Logistik- und Dienstleistungsunternehmen zentrale Ansätze identifiziert, wie der digitale Arbeitsplatz auch für Frontline-Mitarbeitende erfolgreich umgesetzt werden kann.

Rollenbasierte Zugänge schaffen

Nicht jeder Mitarbeitende braucht Zugriff auf alle Systeme. Entscheidend ist, dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind. Mit Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD) lassen sich granulare Zugriffsrechte definieren – abgestimmt auf Rollen, Standorte und Geräte.

Auch ohne klassische E-Mail-Adresse – über sogenannte ‚Shared Device Mode‘-Konfigurationen – können mehrere Nutzer ein Gerät sicher gemeinsam verwenden. Conditional Access Policies sorgen dafür, dass Zugriffe nur unter definierten Bedingungen (z.B. Standort, Gerätetyp, Uhrzeit) erlaubt sind.

Technischer Nutzen:

  • Integration in bestehende Identity-Provider
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) auch für Frontliner via SMS oder
  • Authenticator-App
  • Automatisierte Provisionierung über SCIM oder Microsoft Graph API

Mobile Endgeräte gezielt einsetzen

Smartphones oder robuste Tablets mit Microsoft Teams, Viva Connections oder Power Apps ermöglichen den Zugang zu Schichtplänen, Sicherheitsunterweisungen, Checklisten oder internen News – direkt am Einsatzort. Die Geräte lassen sich über Microsoft Intune vollständig verwalten. Im Kiosk-Modus werden nur freigegebene Apps angezeigt. Über Android Enterprise Dedicated Devices können Geräte ohne Benutzerbindung betrieben werden.

Technischer Nutzen:

  • Remote-Wipe bei Geräteverlust
  • App-Deployment über Microsoft Endpoint Manager
  • Compliance-Richtlinien für Gerätezustand, OS-Version, Verschlüsselung

Self-Service-Portale etablieren

Ein zentrales Intranet oder Mitarbeiterportal – erreichbar über private Geräte oder Terminals – bietet Frontlinern die Möglichkeit, Informationen selbstständig abzurufen, Feedback zu geben oder Anträge zu stellen. Microsoft SharePoint und Viva Connections bieten eine Plattform, die Informationen wie etwa News, Anweisungen, Schichtpläne oder Sicherheitsunterweisungen in Echtzeit bereitstellt.

Technischer Nutzen:

  • Adaptive Cards für interaktive Inhalte
  • Targeting nach Standort, Rolle oder Abteilung
  • Integration mit Microsoft Graph für dynamische Inhalte

Digitale Schulungen

Schulungen helfen, digitale Kompetenzen zu fördern. Diese können etwa über Microsoft Viva Learning oder integrierte Lernpfade in Teams erfolgen. Microsoft Stream (on SharePoint) ermöglicht die Erstellung und Verteilung von Schulungsvideos – auch offline verfügbar.

Technischer Nutzen:

  • SCORM-kompatible Inhalte
  • Fortschrittsverfolgung über Microsoft Graph
  • Integration im zentralen Arbeitsplatz Ökosystem Microsoft Teams und Outlook

Digitalisieren mit Low-Code

Viele manuelle Prozesse im Frontline-Bereich lassen sich mit Microsoft Power Platform digitalisieren, etwa für Wartungsprotokolle, Materialanforderungen oder Qualitätschecks. Mittels Low-Code-Ansatz können Fachbereiche selbst Applikationen entwickeln, die direkt auf SharePoint, Dataverse oder SQL aufsetzen.

Technischer Nutzen:

  • Offline-Funktionalität über Power Apps
  • Automatisierte Workflows mit
  • Genehmigungsprozessen
  • Echtzeit-Dashboards mit Power BI Embedded

Sicherheits- und Governance-Strategien

Ein digitaler Arbeitsplatz für Frontliner muss sicher sein – trotz mobiler Nutzung und Shared Devices. Entsprechende Services lassen sich auch Auslagern. Auf Basis von Microsoft Defender for Endpoint (Monitoring Tool für Bedrohungsschutz von Endgeräten) und Microsoft Purview Data Loss Prevention (DLP) (Tool zur Absicherung sensibler Daten) behalten Unternehmen Übersicht und Transparenz.

Technischer Nutzen:

  • Endpoint Detection & Response (EDR) für mobile Geräte
  • DLP-Richtlinien für mobile Apps und Browser
  • Audit-Logs und Compliance-Berichte für ISO/GDPR

Großer Hebel

Der digitale Arbeitsplatz muss nicht groß, teuer oder komplex sein – er muss inkludierend sein. Unternehmen, die ihre Frontline-Mitarbeitenden digital anbinden, können von mehr Effizienz, besserer Kommunikation und gesteigerter Mitarbeiterzufriedenheit profitieren.



  • IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

    IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

    Der Markt für IT-Sicherheit in Deutschland wächst ungebrochen. Das bisherige Rekordjahr 2020 könnte in diesem Jahr nochmals übertroffen werden. So geht der Digitalverband Bitkom von einem Plus von 9,7 Prozent…

    mehr lesen: IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

  • Zuliefermesse für den Maschinenbau

    Zuliefermesse für den Maschinenbau

    In Bad Salzuflen findet am 10. November die FBM statt. Bereits im Vorfeld der Messe können Unternehmen über eine Matchmaking-Plattform feste Termine mit den Ausstellern buchen.

    mehr lesen: Zuliefermesse für den Maschinenbau

  • Umsatzprognose auf Höchststand

    Umsatzprognose auf Höchststand

    Im neuen PWC-Maschinenbaubarormeter blicken mehr als die Hälfte der Unternehmen zwar optimistisch in die Zukunft. Im Vergleich zum Vorquartal ist dieser Wert jedoch zurückgegangen.

    mehr lesen: Umsatzprognose auf Höchststand

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Produktionserwartungen steigen im September

    Produktionserwartungen steigen im September

    Die Produktionsaussichten in der Industrie haben im September zugelegt. Dabei werden die Pläne der Unternehmen von den derzeitigen Materialengpässen gebremst.

    mehr lesen: Produktionserwartungen steigen im September

  • Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

    Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

    UiPath und CrowdStrike wollen gemeinsam den Schutz von RPA-Prozessen verbessern. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen soll ein neues Sicherheitsniveau sowie mehr Transparenz bei RPA-Anwendungen bieten, heißt es in der Pressemitteilung.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

  • Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

    Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

    Richtlinie VDI 4521 Blatt 1 ‚Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ – Grundlagen und Begriffe‘ legt eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung von Inhalten der TRIZ-Methodik fest. Sie bietet eine Referenzbasis zum Vergleich…

    mehr lesen: Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

  • Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

    Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

    Mit der Ernennung von Ekrem Yigitdoel zum Managing Director will sich die Open Industry 4.0 Alliance für weiteres Wachstum rüsten. Derzeit gehören dem Zusammenschluss rund 80 Mitglieder an.

    mehr lesen: Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

  • Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

    Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

    Die beiden Unternehmen Innovation.rocks und Augmentaio wollen fusionieren und zukünftig gemeinsam als AR-Spezialist Svarmony am Markt auftreten.

    mehr lesen: Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

  • 5G-Ortungslösung für die Industrie

    5G-Ortungslösung für die Industrie

    Im Rahmen einer Partnerschaft haben die Telekom und Trumpf eine Ortungslösung entwickelt, die in einem 5G-Campusnetz betrieben werden kann. Durch den Omlox-Standard lassen sich unterschiedliche Endgeräte miteinander kombinieren.

    mehr lesen: 5G-Ortungslösung für die Industrie

  • Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

    Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

    Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt, aber auch zu einem zunehmendem Software-Entwicklungsstau geführt, so eine Studie von Mendix. Ein Low-Code-Ansatz kann helfen den damit einhergehenden Problemen zu begegnen.

    mehr lesen: Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

  • Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

    Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

    Seit 2006 ist Ralf W. Dieter Vorstandsvorsitzender der Dürr AG. Zum Jahresende wird er sein Amt zur Verfügung stellen. Seine Nachfolge tritt Jochen Weyrauch an.

    mehr lesen: Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter