Wie KI-gestütztes ECAD Projekte beschleunigt

img02 dual monitor setup
Bild: WSCAD GmbH

Alligator Automations ist auf End-of-Line-Verpackungsautomatisierung spezialisiert. Zum Portfolio gehören automatisierte Verpackungssysteme, robotergestützte und konventionelle Palettierprodukte, automatische Beladesysteme sowie Intralogistik-Fördertechnik. Mit über 500 Mitarbeitenden begleitet das Unternehmen Projekte von der Planung über Entwicklung und Fertigung bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und langfristigem After-Sales-Service. Jede Anlage wird individuell an Layout, eingesetzte Komponenten, Produktionsgeschwindigkeit und lokale Anforderungen wie Sicherheitsnormen oder Personalverfügbarkeit angepasst. „Der technische Anspruch unserer Projekte wächst stetig, während unsere Kunden immer kürzere Lieferzeiten und individuellere Lösungen erwarten“, sagt Sagar Bhavsar, Control Engineering Manager bei Alligator Automations. Hinzu kommen globale Sicherheitsstandards, auditsichere Mehrsprachigkeit in der Dokumentation und der anhaltende Fachkräftemangel.

Vielfältige Anforderungen

Die Kunden von Alligator Automations stammen aus verschiedenen Branchen – etwa Lebensmittel und Getränke, Farben/Zement, Düngemittel und Petrochemie sowie Reifen- und Agrarindustrie. Sie finden über Messen, digitale Kanäle und Weiterempfehlungen den Weg zum Unternehmen. Ziel der Firma ist stets, die Effizienz neuer oder bestehender Anlagen zu steigern, manuelle Prozesse zu automatisieren und Produktionssicherheit langfristig sicherzustellen. Projekte beginnen mit der Analyse technischer und wirtschaftlicher Anforderungen, gefolgt von Konzeptentwicklung, Angebotserstellung, Detailplanung, Programmierung, Installation und Inbetriebnahme. Schulung, Wartung und langfristige Betreuung zielen darauf ab, dass die Anlagen über ihren Lebenszyklus hinweg bestmöglich laufen.

Elektrokonstruktion als Rückgrat der Automatisierung

Neben Verfahrenstechnik, Mechanik und Kinematik bildet die Elektrotechnik den zentralen Pfeiler der Automatisierungslösungen von Alligator Automations. Ein zehnköpfiges Planungsteam verantwortet sämtliche elektrotechnischen Aufgaben – von Energieverteilung und Lastmanagement über Antriebstechnik und Robotikintegration bis hin zu Stromlaufplanerstellung, Schaltschrankaufbau, Stücklisten, Materialfreigaben und technischer Abstimmung mit Kunden und Lieferanten. In diesem projektorientierten Umfeld mit hoher Variantenvielfalt bestimmt die Effizienz der E-CAD-Planung maßgeblich die Wirtschaftlichkeit und Termintreue. Alligator Automations setzt dafür auf die E-CAD-Anwendung Electrix AI von WSCAD. Von den sechs verfügbaren Disziplinen nutzt das Unternehmen Electrical Engineering und Cabinet Engineering. Die Plattform integriert außerdem P&ID, Fluid Engineering, Gebäudeautomation und Elektroinstallationsplanung – alle verbunden über eine zentrale Datenbank.

Zu automatisierten Prozessen

„Vor der Einführung von WSCAD nutzten wir ein anderes E-CAD-Tool eines bekannten Herstellers. Es war langsam, funktional veraltet und verfügte nicht über eine aktuelle Komponentenbibliothek“, berichtet Sagar Bhavsar. Viele Aufgaben – etwa Adernummerierung, Gerätegruppierung, Benennung oder Stücklistenerstellung – mussten manuell ausgeführt werden. Das erhöhte den Engineering-Aufwand, verzögerte Projekte und steigerte das Fehlerrisiko. „Nach dem Wechsel zu WSCAD hat sich unser Konstruktionsprozess deutlich verbessert“, so Bhavsar weiter. Heute laufen die meisten Schritte automatisiert ab. Ein Beispiel: Allein die automatisierte Adernummerierung reduziert den Arbeitsaufwand um rund 50 Prozent.

Präziser Schaltschrankaufbau ohne Medienbrüche

Im Schaltschrankaufbau ermöglicht WSCAD präzise 2D- und 3D-Layouts mit Bauteilplatzierungen bis auf 0,1mm genau. Kollisionsprüfungen, optimierte Leitungsführung und intelligente Platzierungsalgorithmen erhöhen die Konstruktionssicherheit. Die Drahtverlegungsfunktionen berechnen automatisch Aderlängen, prüfen Kabelkanalauslastung und sichern die Kapazitätsnutzung. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich mit Makros und Makrovarianten beschleunigen – etwa um mit wenigen Klicks eine 25-A-Einspeisung in allen Plänen auf 63A zu ändern. Zudem lassen sich die im System generierten Daten in Kabelkonfektionierung, Schaltschrankfertigung oder NC-Maschinen führender Anbieter übertragen.

KI-gestützter Effizienzschub

Eine in Electrix AI integrierte künstliche Intelligenz unterstützt automatische Prüfprozesse, beschleunigt Designschritte und vereinfacht die Dokumentation. Besonders bei internationalen Projekten ist die KI-gestützte Übersetzungsfunktion ein Pluspunkt: Fachinhalte werden per kurzem Textbefehl unter Beachtung der Fachterminologie automatisch in die gewünschte Sprache übertragen. Eine Aufgabe, die früher externe Übersetzungsbüros erforderte und Stunden oder Tage dauerte, ist jetzt in wenigen Minuten abgeschlossen. Im Bereich AI-Wissen können firmenspezifische Dokumente wie Kundenvorschriften, Herstellerfreigaben oder Klemmenkennzeichnungsrichtlinien hinterlegt werden. Ein Textbefehl genügt, und der AI Copilot liefert Informationen kontextabhängig binnen Sekunden.

KI als Wegbereiter

Für Sagar Bhavsar läutet die Integration von KI einen strukturellen Wandel ein. „Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Elektroplanung und industrielle Automatisierung grundlegend verändern wird.“ KI-gestützte Systeme entwickeln sich zu intelligenten Engineering-Assistenten, die Fehlererkennung, Designvalidierung und Komponentenwahl unterstützen – und auf Basis vergangener Projekte Optimierungspotenziale identifizieren. „Wir sehen eine Zukunft, in der KI unsere Durchlaufzeiten weiter reduziert, die Genauigkeit erhöht und unsere Ingenieure von repetitiven Aufgaben entlastet“, so Bhavsar. Das schafft Raum für Innovation, Systemoptimierung und die Weiterentwicklung smarter Automatisierungslösungen. „Bei Alligator Automations investieren wir gezielt in die Weiterentwicklung unserer Engineering-Kompetenz, um durch intelligente Automatisierung die Effizienz und Produktivität unserer weltweiten Kunden zu steigern“, fasst Sagar Bhavsar zusammen.



  • Elke Anderl verantwortet T-Systems-Vertrieb

    Elke Anderl verantwortet T-Systems-Vertrieb

    T-Systems hat mit Elke Anderl eine neue Vertriebs- und Marketingchefin. Sie übernimmt das Amt zum 1. September von Urs M. Krämer.

    mehr lesen: Elke Anderl verantwortet T-Systems-Vertrieb

  • Maschinenexporte: Schwaches erstes Halbjahr

    Maschinenexporte: Schwaches erstes Halbjahr

    Die Maschinen- und Anlagenbaufirmen aus Deutschland mussten im ersten Halbjahr 2024 deutliche Einbußen auf den Auslandsmärkten hinnehmen.

    mehr lesen: Maschinenexporte: Schwaches erstes Halbjahr

  • Vinci Energies trifft Übernahmevereinbarung mit der Fernao-Gruppe

    Vinci Energies trifft Übernahmevereinbarung mit der Fernao-Gruppe

    Vinci Energies hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Fernao-Gruppe, einem Anbieter von Cybersecurity-Dienstleistungen in Deutschland und der Schweiz, unterzeichnet.

    mehr lesen: Vinci Energies trifft Übernahmevereinbarung mit der Fernao-Gruppe

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Europas Open-Source-Community trifft sich in Mainz

    Europas Open-Source-Community trifft sich in Mainz

    Ab sofort ist die Anmeldung für die Open Community Experience (OCX 2024) möglich. Die Konferenz in Mainz richtet sich an verschiedene Open-Source-Communities, u.a. aus den Bereichen Automotive & Mobilität, Cloud…

    mehr lesen: Europas Open-Source-Community trifft sich in Mainz

  • Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

    Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

    Der aufgeschobene Umstieg auf SAP S/4 Hana und die Zurückhaltung bei Innovationen prägen das Handeln vieler Unternehmen, so eine Studie des Marktforschungsunternehmens ISG.

    mehr lesen: Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

  • Gaia-X Roadshow kommt nach Dortmund

    Gaia-X Roadshow kommt nach Dortmund

    Um Datenräume in der Logistik geht es im Rahmen der Gaia-X Roadshow, die am 17. September Station in Dortmund macht.

    mehr lesen: Gaia-X Roadshow kommt nach Dortmund

  • Bain analysiert den Markt für generative KI

    Bain analysiert den Markt für generative KI

    Auch abseits der großen KI-Modelle tut sich viel auf dem Markt für generative künstliche Intelligenz. Was? Das hat die Unternehmensberatung Bain & Company untersucht und Anbieter unter die Lupe genommen.

    mehr lesen: Bain analysiert den Markt für generative KI

  • So viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie nie zuvor

    So viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie nie zuvor

    Im Jahr 2023 wurden wieder mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dennoch hat der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen ein Rekordhoch erreicht.

    mehr lesen: So viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie nie zuvor

  • Teilchenbeschleuniger ressourcenschonend betreiben

    Teilchenbeschleuniger ressourcenschonend betreiben

    Ein ressourcenschonender Betrieb von Teilchenbeschleunigern und anderen Großanlagen ist Ziel des EU-Forschungsprojekts Research Facility 2.0 (RF 2.0). Seit Jahresbeginn arbeiten zehn europäische Projektpartner, koordiniert vom Karlsruher Instituts für Technologie (KIT),…

    mehr lesen: Teilchenbeschleuniger ressourcenschonend betreiben

  • Ein Kompetenzzentrum für den digitalen Zwilling

    Ein Kompetenzzentrum für den digitalen Zwilling

    Mit der Gründung eines Digital Twin Center of Excellence (CoE) wollen Altair und L&T Technology Services gemeinsamen Kunden in den Bereichen Mobilität, Hightech und Nachhaltigkeit weltweit Technologien für digitale Zwillinge…

    mehr lesen: Ein Kompetenzzentrum für den digitalen Zwilling

  • Jährlicher Wertschöpfungsverlust von 13 Milliarden Euro

    Jährlicher Wertschöpfungsverlust von 13 Milliarden Euro

    Im ersten Quartal 2024 ist die Gesamtzahl an offenen Stellen in Ingenieurberufen im Vorjahresvergleich um 15,6% auf 148.000 gesunken, bleibt aber weiterhin auf hohem Niveau.

    mehr lesen: Jährlicher Wertschöpfungsverlust von 13 Milliarden Euro