Defizite bei Governance und Proxy-Systemen

Ein dritter Risikobereich betrifft Lücken in der Governance. Während klassische Softwarekomponenten oft etablierten Prozessen für Versionskontrolle und Release-Zyklen folgen, fehlen solche Strukturen bei vielen KI-Modellen. Zwischen Anwendung und Modell geschaltete Proxys wie das Model Context Protocol übernehmen zentrale Funktionen, können aber selbst ein Angriffsvektor sein. Ohne eine Software Bill of Materials (AI?SBOM) oder gleichwertige Kontrollmechanismen riskieren Unternehmen den Einsatz veralteter oder kompromittierter Proxy-Komponenten. Nach Einschätzung von VicOne macht dies eine strikte Versionskontrolle und die Nutzung signierter Modelle zwingend erforderlich.

Manipulation des Modellverhaltens

Als viertes Risiko beschreibt VicOne die Möglichkeit, das Verhalten von GenAI-Modellen gezielt zu manipulieren. Angriffe wie der sogenannte Imprompter-Ansatz nutzen Schwächen in den Sicherheitsbegrenzungen, um bösartige Anweisungen in harmlos wirkenden Prompts einzubetten. Tests zeigten Erfolgsquoten von bis zu 80 Prozent beim Abgriff vertraulicher Daten. Auf Fahrzeugsysteme übertragen könnten Angriffe dieser Art dazu führen, dass falsche Navigationsanweisungen ausgegeben oder private Sprachinteraktionen unbemerkt aufgezeichnet werden. Auch andere unautorisierte Aktionen in Infotainment-Systemen sind denkbar.

Empfohlene Maßnahmen für Hersteller

VicOne empfiehlt Fahrzeugherstellern, GenAI-Modelle wie klassische Lieferantenkomponenten zu behandeln und sie in die bestehende Sicherheits-Governance einzubinden. Dazu gehört aus Sicht des Unternehmens der Aufbau einer Software Bill of Materials für jedes Modell, das detaillierte Informationen zu Herkunft, Trainingsverlauf, Risikoklassen und bekannten Schwachstellen enthält. Ebenso sollten verpflichtende Sicherheitsaudits, Penetrationstests und Prüfungen auf Manipulation durch externe Red Teams erfolgen. Ergänzend wird empfohlen, die Modelle in ein zentrales Risiko- und Transparenzmanagement einzubinden, um jederzeit einen Überblick über eingesetzte Versionen und Systeme zu behalten.

Seiten: 1 2 3



  • Maschinenbau spürt weitere Auswirkungen der Corona-Krise

    Maschinenbau spürt weitere Auswirkungen der Corona-Krise

    Der Maschinenbau bekommt die Folgen der Corona-Pandemie mit zunehmender Wucht zu spüren. Das geht aus einer zweiten Umfrage des VDMA unter 965 Mitgliedsfirmen hervor.

    mehr lesen: Maschinenbau spürt weitere Auswirkungen der Corona-Krise

  • Beratungsangebote rund ums Homeoffice

    Beratungsangebote rund ums Homeoffice

    Cosmo Consult will in der Corona-Krise mit teils kostenfreie Webinaren, Workshops und Beratungspaketen Fachwissen rund um Microsoft Teams und die digitale Zusammenarbeit im Homeoffice anbieten.

    mehr lesen: Beratungsangebote rund ums Homeoffice

  • MES-Strategie entwickeln

    MES-Strategie entwickeln

    Ein Workshop von HIR Hoff Industrie Rationalisierung behandelt die mögliche Rolle von Manufacturing-Execution-Systemen in Zeiten der digitalen Transformation.

    mehr lesen: MES-Strategie entwickeln

  • Stimmung in der Digitalbranche trübt sich ein

    Stimmung in der Digitalbranche trübt sich ein

    Nach 24,6 Punkten im Februar, ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex im März auf 0,6 Punkte zurückgegangen. Dabei sind von den negativen Folgen im Zuge der Corona-Krise vor allem die Industrie und der…

    mehr lesen: Stimmung in der Digitalbranche trübt sich ein

  • Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

    Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

    Im Maschinenbau werden immer häufiger modulare Anlagen gefertigt. Deren Zusammenstellung aus Spezialmodulen für verschiedene Teilaufgaben von unterschiedlichen Herstellern scheiterte bisher oft an inkompatiblen Kommunikationsstandards.

    mehr lesen: Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

  • Automatica in den Dezember verlegt

    Automatica in den Dezember verlegt

    Die Messe München hat sich dazu entschlossen, die Messe Automatica, die vom 16. bis zum 19. Juni stattfinden sollte, in den Dezember zu verschieben.

    mehr lesen: Automatica in den Dezember verlegt

  • Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

    Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

    Neue Maschinen und Anlagen waren auch im vergangenen Jahr weltweit gefragt. Allerdings erfolgten die Geschäfte bereits unter erschwerten Bedingungen: Der Wandel in der Automobilindustrie, der Handelskrieg zwischen den USA und…

    mehr lesen: Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

  • Keine Hannover Messe in 2020

    Keine Hannover Messe in 2020

    Die Hannover Messe kann dieses Jahr nicht stattfinden. Grund ist die zunehmend kritische Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover.

    mehr lesen: Keine Hannover Messe in 2020

  • Nächste Management-Generation bei Siemens

    Nächste Management-Generation bei Siemens

    Siemens-CEO Joe Kaeser hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er keine Verlängerung seines Vertrages anstrebt. Er wird zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens Energy vorgeschlagen.

    mehr lesen: Nächste Management-Generation bei Siemens

  • Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

    Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

    Die Industrie setzt IoT-Lösungen vornehmlich in der Produktion, bei der Zeiterfassung und in der Lagerverwaltung ein. Dies geht aus einer Befragung hervor, die Ende vergangenen Jahres durchgeführt wurde.

    mehr lesen: Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

  • Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

    Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

    Finanzmarktexperten rechnen damit, dass die Corona-Pandemie das globale reale Bruttoinlandsprodukt erheblich belasten wird. Insbesondere die deutsche Wirtschaft wird dabei stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit Blick auf einzelne Branchen schwanken die…

    mehr lesen: Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

  • Corona-Krise könnte Hunderte von Milliarden Euro kosten

    Corona-Krise könnte Hunderte von Milliarden Euro kosten

    Das Coronavirus könnte Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten. Das geht aus aktuellen Berechnungen des…

    mehr lesen: Corona-Krise könnte Hunderte von Milliarden Euro kosten