Fertigungsunternehmen bauen KI-Einsatz aus – trotz Sicherheitsbedenken

AI Data Analytics Dashboard with Financial Charts and BI Interface. Corpus
Bild: ©InfiniteFlow/stock.adobe.com

Laut SAP Engagement Index 2026 sind 73% der dafür befragten Entscheidungsträger aus der Fertigungsindustrie davon überzeugt, dass KI im kommenden Jahr entscheidend dazu beitragen wird, Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden. Demnach sind die entsprechenden Investitionen bereits erfolgt: Fast Dreiviertel der Befragten (73%) geben aktuell an, KI inzwischen fest in Geschäftsprozesse integriert zu haben. Zudem kommt sie nicht mehr nur als Standalone-Lösung zum Einsatz.

76% der Befragten geben an, dass KI die Produktivität der Mitarbeitenden steigert, ohne die menschliche Kontrolle einzuschränken. SAP zufolge deutet dies darauf hin, dass Fertigungsunternehmen den Schritt von einzelnen KI-Initiativen hin zu einem unternehmensweiten Einsatz beschleunigen.

Aus den Ergebnissen schließen die Autoren zudem, dass Unternehmen, die Kunden- und operative Daten unternehmensweit miteinander verknüpfen können, zunehmend einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Die Studienverantwortlichen führen weiter aus, dass KI immer stärker auf Echtzeitkontext angewiesen ist und Fertigungsunternehmen vernetzte Daten daher nutzen, um Erkenntnisse direkt in Maßnahmen umzusetzen und somit sowohl die Kundeninteraktion als auch betriebliche Abläufe zu verbessern.

„Hersteller verarbeiten jeden Tag Tausende kleiner Signale – von Bestandsinformationen über die Auftragsabwicklung bis hin zu Servicekontakten“, sagte Sara Richter, CMO, SAP Engagement Cloud. Sie betont, dass Customer Engagement zu einem festen Bestandteil der Geschäftsprozesse wird, wenn vertrauenswürdige Daten im gesamten Unternehmen miteinander verknüpft werden. „Wenn KI den Kontext kennt und versteht, was im Unternehmen gerade passiert, lassen sich Erkenntnisse unmittelbar in konkrete Maßnahmen überführen. So kann jede Interaktion persönlicher und relevanter gestaltet werden und sich zugleich daran orientieren, was das Unternehmen tatsächlich leisten kann.“

Cybersicherheit bleibt Herausforderung

Während 32% der befragten Hersteller Cybersicherheit und Datenschutz als größte Hürde bei der Skalierung von KI nennen, zeigt die Studie zugleich, dass Unternehmen zunehmend Governance-Strukturen schaffen, um den Einsatz von KI verlässlich weiter auszubauen.

72% geben an, dass ihre Unternehmen klare Leitlinien für KI definiert haben. Dazu gehören Vorgaben zur Herkunft und Nachvollziehbarkeit von Daten, zum Umgang mit personenbezogenen Daten (PII) sowie zu Entscheidungen, die weiterhin eine menschliche Freigabe benötigen.

Trotz anhaltender Bedenken rund um Sicherheit und Compliance bauen Hersteller ihren KI-Einsatz weiter aus. Laut SAP Engagement Cloud spricht das für ein wachsendes Vertrauen, KI verantwortungsvoll einsetzen und gleichzeitig ihren geschäftlichen Nutzen ausschöpfen zu können. Dieses Zusammenspiel von Innovation und klaren Governance-Regeln ermögliche es Unternehmen, über einzelne KI-Pilotprojekte hinauszugehen und KI in den Arbeitsalltag zu integrieren, so der Softwarekonzern. Die Autoren erläutern, dass dadurch wiederkehrende Aufgaben zunehmend automatisiert werden können, während die Verantwortung für geschäftskritische Entscheidungen in menschlicher Hand bleibt.

SAP betont, dass dies besonders für Hersteller relevant sei und verweist abschließend darauf, dass eine personalisierte Kundenerfahrung lange vor der eigentlichen Bestellung beginnt: Sie setzt verlässliche Produktionspläne, verfügbare Bestände, eine koordinierte Zusammenarbeit mit Lieferanten und eine funktionierende Auftragsabwicklung voraus. Je stärker KI im Unternehmen eingesetzt wird, desto wichtiger wird es, diese Informationen aus dem operativen Geschäft mit Kundendaten zu verbinden.



  • TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

    TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

    Im Forschungsprojekt TransKI arbeiten die Beteiligten daran. KI-Modelle für bestimmte Anwendungen auf ähnliche Anwendungen zu übertragen. Das sogenannte Transfer Learning soll Zerspanprozesse effizienter machen.

    mehr lesen: TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

  • Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

    Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

    Allgemein besteht die Annahme, dass digitale Technologien zu Energieeffizienzverbesserungen führen und dadurch CO2-Emissionen erheblich reduziert werden können. Eine Studie des ZEW in Mannheim deutet allerdings darauf hin, dass digitale Technologien…

    mehr lesen: Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

  • Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

    Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

    Ein Auftragsplus von 32 Prozent haben die Maschinen- und Anlagenbauer im vergangenen Jahr erzielt. Dabei legten die Bestellungen auch im Dezember zu — im Vorjahresvergleich um 21 Prozent.

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

  • Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

    Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

    Mit einem Umsatzplus von 11 Prozent hat Dassault Systèmes das Geschäftsjahr 2021 abgeschlossen. Dabei war vor allem der Softwarebereich Wachstumstreiber.

    mehr lesen: Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

  • M&M Software unter neuer Leitung

    M&M Software unter neuer Leitung

    Ab Juli steht M&M Software unter neuer Leitung. Der Langjährige Geschäftsführer Klaus Hübschle übergibt an Christian Gnädig und Thomas Gaus.

    mehr lesen: M&M Software unter neuer Leitung

  • Geschäftsklima in der Digitalbranche erreicht Vor-Corona-Niveau

    Geschäftsklima in der Digitalbranche erreicht Vor-Corona-Niveau

    Mit einem Plus von 5,4 Punkten liegt der Ifo-Bitkom-Digitalindex nun bei 30 Punkten. Die deutsche Digitalbranche hat somit wieder ihr Vor-Corona-Niveau erreicht. Die Personalsorgen der Branche sind laut Index jedoch…

    mehr lesen: Geschäftsklima in der Digitalbranche erreicht Vor-Corona-Niveau

  • Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

    Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

    Nach vier Rückgängen in Folge ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Januar wieder gestiegen. Die zahlen deuten u.a. auf weiter steigende Beschäftigung hin.

    mehr lesen: Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

  • EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

    EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

    Die EU-Kommission hat eine neue Normungsstrategie vorgestellt. Diese sieht u.a. vor, die Einflussnahme von Akteuren aus nicht-Mitgliedsstaaten eindämmen. Zudem soll die Rolle Europas bei globalen Normen gestärkt werden.

    mehr lesen: EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

  • Statamath wird Tochter von IFM Solutions

    Statamath wird Tochter von IFM Solutions

    IFM Solutions hat den Big-Data-Spezialisten Statamath übernommen. Alexander Hoffmann und Christian Friedrich sollen das Unternehmen weiterhin führen.

    mehr lesen: Statamath wird Tochter von IFM Solutions

  • Kooperation zwischen AIF und IDTA

    Kooperation zwischen AIF und IDTA

    Die Industrial Digital Twin Association und Alliance Industrie du Futur haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Beide wollen sich u.a. auf Digital Twin-Projekte fokussieren, die der Industrie zu mehr Nachhaltigkeit…

    mehr lesen: Kooperation zwischen AIF und IDTA

  • Smart Systems Hub erweitert IoT-Labor

    Smart Systems Hub erweitert IoT-Labor

    Rund 500.000€ investiert der Smart Systems Hub in den Ausbau seines ‚IoT-Labs‘. Unternehmen und Institute können dort beispielsweise Roboter per über die Cloud mithilfe von 5G fernsteuern.

    mehr lesen: Smart Systems Hub erweitert IoT-Labor

  • World of Quantum geht in München an den Start

    World of Quantum geht in München an den Start

    Eine Plattform für die Quantentechnologie will die Messe München mit der World of Quantum bieten, die erstmals im Rahmen der Laser World of Photonics stattfinden soll.

    mehr lesen: World of Quantum geht in München an den Start