Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

image008
Bild: Information Services Group Germany GmbH

SAP liefert viele Produkte nur noch über Cloud-Modelle aus. Deshalb überlegen viele Unternehmen, nicht einfach nur auf SAP S/4 Hana zu migrieren, sondern ihre IT-Landschaft sukzessive auf Cloud-Betriebsmodelle umzustellen. Dies meldet die neue Vergleichsstudie ‚ISG Provider Lens SAP Ecosystem Report Germany 2024‘, die das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Information Services Group (ISG) veröffentlicht hat. In der Studie hat ISG die Portfolio- und Wettbewerbsstärke von 56 IT-Dienstleistern und Produktanbietern untersucht, die im deutschen Markt im SAP-Umfeld tätig sind.

Zugleich zeigt der Anbietervergleich, dass SAP S/4Hana-Migrationen in Deutschland weiterhin in oft nur langsam vorankommen. „Hinzu kommt, dass SAP zum Beispiel bei den meisten KI-Anwendungen mittlerweile voll auf die Cloud setzt“, sagt Heiko Henkes, Director und Principal Analyst bei ISG. „Für Deutschland beobachten wir allerdings, dass Unternehmen ihre Entscheidungen vergleichsweise kurzfristig und kostenzentriert angehen. Doch je länger Unternehmen die notwendigen strategischen Entscheidungen aussitzen, umso wahrscheinlicher werden Hauruck-Projekte, in denen die Verantwortlichen nur noch reaktiv handeln können.“ Dies sei sowohl bei großen wie bei mittelständischen Unternehmen der Fall.

SAP-Serviceanbieter sind für Migrationen gut vorbereitet

Die Serviceanbieter im SAP-Umfeld sind laut der ISG-Studie gut auf die verschiedenen Migrationsansätze vorbereitet. Mögliche Lücken im Beratungsangebot würden die Provider weiterhin konsequent schließen, sodass sich das Leistungsportfolio der führenden Anbieter immer mehr ähnelt. Dabei komme es weiterhin insbesondere auf Branchen-Know-how und tiefgehende Prozesskenntnisse an. Diese würden in immer umfangreicheren Best-Practice-Templates mit industriespezifischen Zusatzlösungen angeboten. Dies verkürze die Implementierungsrisiken und -zeiten erheblich, so ISG weiter.

Die Analysten haben zudem festgestellt, dass Kunden zunehmend globale Delivery Teams akzeptieren, nicht zuletzt, weil Brüche über Liefereinheiten oder Regionen durch harmonisierte Lieferansätze weiter abgebaut werden. Trotzdem bleibe die Vor-Ort-Präsenz ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Entsprechend würden die führenden Anbieter weiterhin in lokale Lieferzentren, in strategische Akquisitionen und in lokale Serviceteams investieren.

Bei HR-Software von SAP behaupten sich auch kleinere Anbieter

Erstmals hat ISG in der SAP-Studie den Teilmarkt der SAP SuccessFactors HXM Partner Services separat untersucht. Klassische HR-, Gehaltsabrechnungs- und Zeiterfassungssysteme werden oft noch on-premise betrieben. SAP bietet hier laut der Studie mittlerweile ernsthafte und eigenständige Public Cloud-Produkte an.

Dieser Teilmarkt weist den ISG-Analysten zufolge eine Besonderheit auf: In ihm behaupten sich sowohl große internationale als auch kleinere lokale Service-Provider. Grund dafür sei, dass Unternehmen in diesem Umfeld praktisch immer nationale sowie regionale Anforderungen und Gesetze abbilden müssen. Deshalb würden hier auch kleinere Anbieter konkurrenzfähig bleiben, welche die Nähe zu ihrer lokalen Kundschaft nutzen oder auch cloud-native denken können. Falls allerdings in größeren Systemlandschaften auch andere HXM-nahe SAP-Produkte wie etwa Fieldglass, Qualtrics oder die SAP Analytics Cloud zum Einsatz kommen, würden kleinere Anbieter an ihre Grenzen stoßen. Diese Portfoliobreite können, so ISG, meistens nur größere Provider aus einer Hand liefern.



  • Rechtliche Orientierung für Cybersicherheitsforschende

    Rechtliche Orientierung für Cybersicherheitsforschende

    Cybersicherheitsforschende stehen mitunter gefühlt mit einem Bein im Gefängnis – es herrscht viel Unsicherheit darüber, was rechtlich im Rahmen von Wissenschaft erlaubt ist und was nicht.

    mehr lesen: Rechtliche Orientierung für Cybersicherheitsforschende

  • DFKI und Taiwan AICoE vereinbaren KI-Zusammenarbeit

    DFKI und Taiwan AICoE vereinbaren KI-Zusammenarbeit

    Das Taiwan AI Center of Excellence (AICoE) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben eine Absprache zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit geschlossen.

    mehr lesen: DFKI und Taiwan AICoE vereinbaren KI-Zusammenarbeit

  • Auftragsbestand der Industrie wächst um 1 Prozent

    Auftragsbestand der Industrie wächst um 1 Prozent

    Der Auftragsbestand in der Industrie ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2024 gegenüber Juni 2024 saison- und kalenderbereinigt um 1 Prozent gestiegen.

    mehr lesen: Auftragsbestand der Industrie wächst um 1 Prozent

  • Sebastian Durst wird CEO bei Weidmüller

    Sebastian Durst wird CEO bei Weidmüller

    Die Weidmüller-Gruppe gibt zum 1. Oktober 2024 Veränderungen in der ersten Führungsebene bekannt: Dr. Sebastian Durst, bisher Vorstand Operations, übernimmt die neu geschaffene Position des Chief Executive Officer (CEO).

    mehr lesen: Sebastian Durst wird CEO bei Weidmüller

  • Sereact macht Jörg Ziesmann zum Sales Director

    Sereact macht Jörg Ziesmann zum Sales Director

    Jörg Ziesmann (Bild) ist neuer Sales Director beim KI-Robotik-Spezialisten Sereact.

    mehr lesen: Sereact macht Jörg Ziesmann zum Sales Director

  • RWTH-Lehrstuhl PEM entwickelt mit Partnern Natrium-Ionen-Batterie

    RWTH-Lehrstuhl PEM entwickelt mit Partnern Natrium-Ionen-Batterie

    Der Lehrstuhl ‚Production Engineering of E-Mobility Components‘ (PEM) der RWTH Aachen erarbeitet mit Partnern aus der Forschung und der Industrie in den nächsten drei Jahren ein nachhaltiges elektrochemisches Speicherkonzept auf…

    mehr lesen: RWTH-Lehrstuhl PEM entwickelt mit Partnern Natrium-Ionen-Batterie

  • Theobald Software stellt Führungsspitze neu auf

    Theobald Software stellt Führungsspitze neu auf

    Theobald Software, ein Spezialist für SAP-Integration, strukturiert seine Führungsspitze neu und geht damit den nächsten Schritt in der Unternehmensgeschichte.

    mehr lesen: Theobald Software stellt Führungsspitze neu auf

  • Docufy übernimmt KI-Spezialisten Theum

    Docufy übernimmt KI-Spezialisten Theum

    Docufy, ein Anbieter von Software für die Technische Dokumentation, gibt die Übernahme der Theum AG bekannt.

    mehr lesen: Docufy übernimmt KI-Spezialisten Theum

  • Wie hilft Open-Source-Software in der Automobilentwicklung?

    Wie hilft Open-Source-Software in der Automobilentwicklung?

    Unter dem Titel ‚Driving Innovation & Building Safer Cars with Open Source Software‘ liefert eine Studie der Open-Source-Organisation Eclpise Foundation Erkenntnisse darüber, wie Entscheidungsträger und Softwareexperten in der Automobilindustrie Open-Source-Software…

    mehr lesen: Wie hilft Open-Source-Software in der Automobilentwicklung?

  • Merck und Siemens schließen strategische Partnerschaft

    Merck und Siemens schließen strategische Partnerschaft

    Merck und Siemens vertiefen ihre Zusammenarbeit und kündigen an, die intelligente Fertigung auf die nächste Stufe zu heben.

    mehr lesen: Merck und Siemens schließen strategische Partnerschaft

  • Wie deutsche Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz einsetzen

    Wie deutsche Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz einsetzen

    Künstliche Intelligenz (KI) wird in der deutschen Wirtschaft zunehmend genutzt, jedoch hauptsächlich von großen Unternehmen. Vor allem die IT-Branche selbst sowie unternehmensnahe Dienstleister gehören zu den Vorreitern. Kleine Unternehmen zögern…

    mehr lesen: Wie deutsche Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz einsetzen

  • SFKL zeigt, wo die Industrie 4.0 steht

    SFKL zeigt, wo die Industrie 4.0 steht

    Wie die Umsetzung von Industrie 4.0 aussehen kann, zeigte die SmartFactory-KL (SFKL) während des Innovationstages 2024.

    mehr lesen: SFKL zeigt, wo die Industrie 4.0 steht