Ein Ausblick auf die Zukunft der Fertigung

31 Prozent der 798 für die Fujitsu-Untersuchung befragten Unternehmen setzen bereits auf generative KI zur Unterstützung menschlicher Aufgaben. 37 Prozent planen dies in den nächsten 12 Monaten, 29 Prozent in den nächsten drei Jahren.
31 Prozent der 798 für die Fujitsu-Untersuchung befragten Unternehmen setzen bereits auf generative KI zur Unterstützung menschlicher Aufgaben. 37 Prozent planen dies in den nächsten 12 Monaten, 29 Prozent in den nächsten drei Jahren.Bild: Fujitsu Technology Solutions GmbH

Der ‚Fujitsu SX Survey 2024 – Accelerating Sustainability Transformation with AI‘ legt nahe, dass Unternehmen die digitale Transformation nicht nur als Mittel zur Effizienzsteigerung, sondern als strategischen Hebel für nachhaltige und widerstandsfähige Geschäftsmodelle begreifen. Ein weiteres Ergebnis: Regulatorische Anforderungen beschleunigen den Wandel in der Fertigung. Richtlinien wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) zwingen Unternehmen dazu, Nachhaltigkeitsziele in ihre Strategien zu integrieren. Zwar schaffen diese Maßnahmen Compliance-Druck, aber auch Chancen. Die Kombination aus technologischer Innovation und regulatorischem Handlungsdruck bietet Herstellern die Möglichkeit, sich zukunftssicher aufzustellen.

49 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über  eine KI-Strategie sowie Richtlinien zur Nutzung.
49 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine KI-Strategie sowie Richtlinien zur Nutzung. Bild: Fujitsu Technology Solutions GmbH

1. Perspektive anpassen

Um das Potenzial nachhaltiger und widerstandsfähiger Betriebsabläufe zu nutzen, ist ein Umdenken in Bezug auf die digitale Transformation erforderlich. Nachhaltigkeit wird oft unter dem Aspekt der Kostenreduktion oder zur Erfüllung regulatorischer Vorgaben betrachtet. Eine andere Sichtweise wäre, Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil des Kerngeschäfts zu etablieren:

  • Von taktischem zu strategischem Denken: Hersteller setzen Technologien wie künstliche Intelligenz oft ein, um kurzfristige Kostensenkungen zu erzielen – langfristige strategische Chancen werden so verpasst. Wird etwa Computer Vision ausschließlich zur Reduktion der Arbeitskosten eingesetzt, vernachlässigt dieser Ansatz die Produktqualität signifikant zu verbessern und Ausschuss zu reduzieren. 2025 werden mehr Hersteller diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und digitale Transformation als Hebel für Qualitätssteigerung, Risikomanagement und Resilienz in der Lieferkette begreifen.
  • Von Technologie- zu Zweckorientierung: Statt Technologien zu implementieren, weil sie verfügbar sind, sollten Hersteller ihre digitalen Investitionen an klaren Geschäftszielen ausrichten. Die zentrale Frage lautet: „Wie können wir mit Technologie unsere Ziele in den Bereichen Nachhaltigkeit und Resilienz erreichen?“
  • Integration statt Silos: Um digitale Transformation effektiv zu gestalten, müssen Hersteller Silostrukturen aufbrechen und Nachhaltigkeit in alle Betriebsabläufe integrieren. Nachhaltigkeitsaspekte sollten in jeder Phase des Produktlebenszyklus berücksichtigt werden. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und eine unternehmensweite Verankerung nachhaltiger Ziele.

Ein weiterer Faktor: KI-Agenten wie etwa Chatbots oder auch virtuelle Assistenten werden 2025 eine Schlüsselrolle spielen, um Lieferketten durch datenbasierte Optimierungen robuster zu gestalten.

2. Regulatorische Anforderungen treiben den Wandel voran

Insbesondere in der EU sind regulatorische Neuerungen ein Motor für Veränderungen in der Fertigungsindustrie. Drei zentrale Initiativen stehen dabei im Fokus:

  • Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erweitert ab 2025 ihren Geltungsbereich erheblich. Große EU-Unternehmen mit Umsätzen von mehr als 400 Millionen Euro, mehr als 250 Mitarbeitern oder Eigenkapital von mehr als 20 Millionen Euro fallen nun ebenfalls darunter.
  • Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), auch als Lieferkettengesetz bekannt, trat 2024 in Kraft. Sie verpflichtet Unternehmen, Umwelt- und Menschenrechtsrisiken entlang der gesamten Lieferkette zu identifizieren und zu mindern.
  • Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) wird bis 2026 vollständig umgesetzt und führt CO2-basierte Einfuhrzölle ein.

Diese Regelungen fordern von Unternehmen, Nachhaltigkeit in ihre gesamte Wertschöpfungskette zu integrieren. Gleichzeitig schaffen sie Wettbewerbsvorteile für Vorreiter, die bereits heute in Nachhaltigkeit investieren.

3. Europäische Hersteller priorisieren Energieeffizienz

Angesichts hoher Energiekosten richten europäische Hersteller ihren Fokus verstärkt auf die Optimierung des Energieverbrauchs. Dieses Ziel umfasst langfristige Strategien zur Reduktion von Treibhausgasemissionen:

  • Betriebskosten senken: Energieeffizienz senkt Kosten und steigert die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Nachhaltigkeitsziele erreichen: Eine optimierte Energienutzung unterstützt die Einhaltung strenger Umweltvorschriften.
  • Markenimage stärken: Unternehmen, die Energieeffizienz vorantreiben, können umweltbewusste Kunden gewinnen und ihre Marktposition verbessern.

Bis Ende 2025 wird die europäische Fertigungsindustrie vermehrt in Technologien investieren, die eine Analyse des Energieverbrauchs ermöglichen.

Kein Mittel zum Zweck

Die Fertigungsbranche steht vor einem Wandel, der von technologischen Innovationen und regulatorischen Anforderungen gleichermaßen getrieben wird. Digitale Transformation ist dabei nicht nur Mittel zum Zweck, sondern dient der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und unternehmerischem Erfolg.



  • Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten

    Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten

    Kyndryl-Prognosen für Cyber-Sicherheit Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten Cybersicherheit wird Unternehmen auch im kommenden Jahr nicht loslassen. Für den IT-Dienstleister Kyndryl kristallisieren sich dabei vor allem fünf…

    mehr lesen: Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten

  • Neue Technologien adaptiv regulieren

    Neue Technologien adaptiv regulieren

    Interdisziplinäre Forschung an der Universität Freiburg Neue Technologien adaptiv regulieren Voraussichtlich 2024 soll der EU AI Act in Kraft treten. Er unterscheidet verschiedene Systeme von künstlicher Intelligenz (KI) nach ihrem…

    mehr lesen: Neue Technologien adaptiv regulieren

  • Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung

    Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung

    Künstliche Intelligenz im CIAM Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung Die Diskussion rund um künstliche Intelligenz reicht von möglichen Einsatzszenarien bis zur Wahrung der Datenschutzrichtlinien. Und laut einer Studie des…

    mehr lesen: Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • IBM und Meta starten AI Alliance

    IBM und Meta starten AI Alliance

    Gemeinsam mit Meta startet IBM die AI Alliance, die mehr als 50 Unternehmen und Institutionen zusammenbringt. Ziel ist die Förderung offener, sicherer und vertrauenswürdiger künstlicher Intelligenz.

    mehr lesen: IBM und Meta starten AI Alliance

  • Das beliebteste Passwort 2023 ist 123456789

    Das beliebteste Passwort 2023 ist 123456789

    Das Team von Prof. Christian Dörr, Leiter des Fachbereichs ’Cybersecurity – Enterprise Security’ am Hasso-Plattner-Institut, hat Passwortlisten ausgewertet, die durch gehackte Online-Dienste im Netz gelandet sind. Besonderes beliebt ist demnach…

    mehr lesen: Das beliebteste Passwort 2023 ist 123456789

  • Hexagon und JSOL Corporation arbeiten zusammen

    Hexagon und JSOL Corporation arbeiten zusammen

    Virtuelles Prototyping Hexagon und JSOL Corporation arbeiten zusammen Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft wollen Hexagon und die JSOL Corporation virtuelles Prototyping von Elektroantriebssträngen vorantreiben.

    mehr lesen: Hexagon und JSOL Corporation arbeiten zusammen

  • Bechtle ernennt Marijke Kasius zur Vice President

    Bechtle ernennt Marijke Kasius zur Vice President

    Neue Position in den Niederlanden Bechtle ernennt Marijke Kasius zur Vice President Das IT-Systemhaus Bechtle verändert die Führungsstruktur und beruft Marijke Kasius zur Vice President für die Bechtle-Unternehmen in den…

    mehr lesen: Bechtle ernennt Marijke Kasius zur Vice President

  • VDMA zeichnet Nachwuchstalente aus

    VDMA zeichnet Nachwuchstalente aus

    Nachwuchspreis ’Digitalisierung im Maschinenbau’ VDMA zeichnet Nachwuchstalente aus 30 Absolventinnen und Absolventen von Deutschen Hochschulen waren für den Nachwuchspreis ’Digitalisierung im Maschinenbau’ nominiert. Vier von ihnen wurden nun für ihre…

    mehr lesen: VDMA zeichnet Nachwuchstalente aus

  • Ransomware-Gruppe BlackCat setzt Opfer mit Vorschriften unter Druck

    Ransomware-Gruppe BlackCat setzt Opfer mit Vorschriften unter Druck

    Kommentar von Martin J. Krämer, KnowBe4 Ransomware-Gruppe BlackCat setzt Opfer mit Vorschriften unter Druck Jüngste Ereignisse zeigen, dass Cyberkriminelle nicht nur über technisches Knowhow verfügen, sondern auch über ein grundlegendes…

    mehr lesen: Ransomware-Gruppe BlackCat setzt Opfer mit Vorschriften unter Druck

  • Was Lernfabriken zur Weiterbildung beitragen

    Was Lernfabriken zur Weiterbildung beitragen

    Fachkräfte für die Industrie 4.0 Was Lernfabriken zur Weiterbildung beitragen Was können sogenannte Lernfabriken 4.0 für die Weiterbildung von Fachkräften leisten? Sehr viel – wenn Lehrkonzepte und Rahmenbedingungen stimmen. Zu…

    mehr lesen: Was Lernfabriken zur Weiterbildung beitragen

  • Das Online- und Präsenz-Lernen verzahnen

    Das Online- und Präsenz-Lernen verzahnen

    Blended Learning Das Online- und Präsenz-Lernen verzahnen Viele Unternehmen nutzen inzwischen die Digitaltechnik, um sogenannte Blended-Learning-Konzepte in ihrer Organisation zu realisieren – auch weil diese Lernform den Erwartungen der Angehörigen…

    mehr lesen: Das Online- und Präsenz-Lernen verzahnen