Alternativen zur klassischen Software-Entwicklung
Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau
Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt, aber auch zu einem zunehmendem Software-Entwicklungsstau geführt, so eine Studie von Mendix. Ein Low-Code-Ansatz kann helfen den damit einhergehenden Problemen zu begegnen.

Die Siemens-Tochter Mendix hat in einer Studie den Status Quo der Low-Code-Technologie in der von Corona geprägten Arbeitswelt untersucht. Zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Reputation Leaders wurden 2.025 IT-Experten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, China, den USA und Großbritannien befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Bekanntheitsgrad der Technologie in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist.
Das Digitalisierungstempo hat sich im Rahmen der Pandemie massiv beschleunigt. Somit stieg auch die Nachfrage nach Software-Anwendungen. Davon zeigten sich auch die IT-Experten überrascht: 50 Prozent aller weltweit Befragten haben die heutige Dimension an Zeit- und Ressourcen-Druck nicht erwartet. 74 Prozent der europäischen Studienteilnehmer gehen von einem weiter beschleunigten Bedarf an Software aus, 69 Prozent blicken mit Sorge auf die gestiegene Nachfrage nach Software-Entwicklern. So liegen rund 80 Prozent aller Softwareprojekte heute bereits in ihrem Zeitplan um Monate zurück. In Deutschland wird die Situation von den Befragten ähnlich, aber im Vergleich nicht so extrem eingeschätzt. 67 Prozent der deutschen Befragten erwarten eine beschleunigte Nachfrage nach Software-Entwicklung. Das Gefühl der besonderen Dringlichkeit, den ’Software-Stau’ zu lösen, verspüren 44 Prozent von ihnen, was dem weltweiten Durchschnitt entspricht.
Als Reaktion darauf wollen 26 Prozent der Befragten aus Deutschland mehr externe Entwickler einstellen. Die deutschen IT-Experten zeigen sich laut Studie dabei zögerlicher bzw. konservativer gegenüber technologischen Alternativen wie etwa Low-Code. Während in den USA 29 Prozent neuere Wege in der Software-Entwicklung einschlagen, sprechen sich in Deutschland 19 Prozent dafür aus.
Alternativen gefragt
Dabei sieht die Mehrheit der Befragten die Notwendigkeit für Alternativen gegenüber der klassischen Software-Entwicklung: Fast zwei Drittel der Befragten (weltweit 65 Prozent, Deutschland 60 Prozent) sehen Low-Code im digitalen Umbruch auch langfristig als einen Trend, den ihr Unternehmen nicht verpassen darf. Dabei geben weltweit 77 Prozent sowie in Deutschland 69 Prozent an, Low-Code-Business-Applikationen bereits einzusetzen. Hohe Relevanz bescheinigen die deutschen Befragten Industrie-Anwendungen: 54 Prozent sehen in Low-Code das Potenzial, der industriellen Fertigung digitalen Schwung zu verleihen.
Schnellere Entwicklungsprozesse
45 Prozent der deutschen IT-Experten sehen die Vorteile von Low-Code in schnelleren Entwicklungsprozessen, 44 Prozent in geringeren Kosten und 41 Prozent sehen eine bessere, kollaborative Zusammenarbeit zwischen IT und Fachabteilung. Zu den weiteren Pluspunkten zählen laut Studie verbesserte Responsivität, Kundenzufriedenheit und die Entlastung der bestehenden IT-Ressourcen (jeweils 36 Prozent).
Nicht nur bei IT-Entscheidern, auch bei Entwicklern in Deutschland selbst hat die Low-Code-Technologie an Zuspruch gewonnen. Bei 38 Prozent der traditionellen Software-Developer sehen die Befragten sogar Begeisterung für die Low-Code-Entwicklung. 2 Prozent halten sie aktuell für resistent gegen Low-Code. IT-Entwickler schätzen zugleich, dass rund 49 Prozent der alltäglichen Arbeitsprozesse über Low-Code erledigt werden können.
Low-Code-Einsatzgebiete
Die wichtigsten Einsatzgebiete für Low-Code sind laut den deutschen Befragten Anwendungen für komplexe, individuelle Unternehmenssoftware (37 Prozent), industrielle IoT-Apps (35 Prozent), für automatisierte, existierende Arbeitsprozesse (35 Prozent), für Data Modeling und Visualisierung (34 Prozent) sowie für automatisierte Anwendungen der Robotic Process Automation (31 Prozent).






































