Über alle Schweregrade hinweg

Softwaresicherheitslücken häufen sich

Die Zahl der registrierten Sowtwaresicherheitslücken hat 2017 einen neuen Höchststand erreicht. Eine Auswertung des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat ergeben, dass in den vergangenen zwölf Monaten rund 11.003 Meldungen zu Softwareschwachstellen registriert oder aktualisiert wurden. Im Jahr 2016 waren es noch 8.093 Schwachstellen gewesen.

 (Bild: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemte. GmbH)
(Bild: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemte. GmbH)

Die Auswertung zeigt, dass Schwachstellen aller Schweregrade, die auf dem CVSS-Score (Common Vulnerability Scoring System) basieren, zugenommen haben: Bei den Sicherheitslücken mit geringem Schweregrad ist ein Anstieg um rund 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (2016: 825; 2017: 1.001), bei den Sicherheitslücken mit mittlerem Schweregrad ein Anstieg um rund 51 Prozent (2016: 4.439; 2017: 6.705). Auch die Softwareschwachstellen mit hohem Schweregrad, diese haben besonders gravierende Auswirkungen für die Betroffenen und können von Angreifern ausgenutzt werden, sind um rund 17 Prozent angestiegen (2016: 2.829; 2017: 3.297).

Programme aktualisieren

HPI-Dierktor Christoph Meinel rät Firmen als auch privaten Nutzern dazu, ihre Programme regelmäßig zu aktualisieren. „Auch Systeme, für die gar keine Updates mehr entwickelt werden, stellen ein hohes Sicherheitsrisiko dar und können einen großen wirtschaftlichen wie auch persönlichen Schaden verursachen“, so Meinel. Ein Beispiel dafür sei Windows XP, für das von Seiten des Herstellers keine Updates mehr angeboten werden, das aber noch auf zahlreichen Rechnern installiert ist.

Sicherheitsstandards einhalten

Gleichzeitig gebe es in immer mehr Privathaushalten und Fabriken internetfähige Geräte, auf deren Software die Anwender aber kaum Einfluss nehmen können. Meinel fordert daher, die Hersteller rechtlich zu verpflichten, grundlegende Sicherheitsstandards für Hard- und Software einzuhalten: „Für IoT-Produkte bedarf es einer Definition von klaren Sicherheitsrichtlinien. Nur so können Hersteller künftig gezwungen werden, mangelhafte Produkte vom Markt zu nehmen. Auch muss es möglich sein, die Hersteller zur Haftung heranzuziehen, wenn durch verpasste Softwareupdates Schäden entstehen“.