Umfrage: Führungsetagen zu KI in der Cyberabwehr

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Neue Zahlen der Sophos Management-Studie in DACH zeigen je nach Branche, Unternehmensgröße und Land große Unterschiede in der Einschätzung von KI in der Cybersicherheit. In der DACH-weiten Gesamtbetrachtung hält nur rund ein Fünftel der befragten Führungskräfte (20%) den Einsatz von KI für ’sehr wichtig‘ in der Cybersicherheit. 12,3% aller Befragten (Deutschland 13%, Schweiz und Österreich je 12%) halten die Technologie aktuell noch weitestgehend irrelevant für diesen Bereich. Gleichzeitig stuft etwa ein Viertel (28%) die Technologie vor allem als Risiko ein, weil sie auch von Cyberkriminellen aktiv genutzt wird. Der mit Abstand größte Anteil, nämlich 36%, ist sich unsicher und gibt an, die Rolle von KI in der Cyberabwehr nicht einschätzen zu können.

„Wir erleben derzeit eine digitale Schlüsselphase: Viele Führungskräfte erkennen aktuell die strategische Relevanz von KI für den Cyberschutz noch nicht oder sind verunsichert durch die gleichzeitigen Risiken. Hier braucht es gezielten Wissenstransfer und konkrete Anwendungsbeispiele, um das Potenzial von KI in der Cyberabwehr zu verdeutlichen“, kommentiert Michael Veit, Security Evangelist bei Sophos.

Branchenunterschiede: Handel sieht KI besonders kritisch

Ein Blick in die einzelnen Branchen zeigt, wie stark die Wahrnehmung von KI im Sicherheitskontext variiert. Besonders verhalten reagiert das verarbeitende Gewerbe, in dem knapp 40% der Befragten angaben, die Bedeutung von KI nicht beurteilen zu können. Im Dienstleistungssektor fällt der Anteil der Unsicheren ebenfalls hoch aus, allerdings wird KI hier auch häufiger als strategisch wichtig bewertet.

Der Handel zeigt sich besonders sensibel gegenüber den Risiken: Dort äußerten länderübergreifend knapp 39% der Befragten die Sorge, dass KI primär als Angriffs-Werkzeug genutzt werden könnte.

Größere Unternehmen setzen stärker auf KI-Potenzial

Einen deutlichen Einfluss auf die Einschätzung von künstlicher Intelligenz hat auch die Unternehmensgröße. In Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitenden bewerten die Befragten den Einsatz von KI signifikant häufiger als relevant. So stuften rund 28% der größeren Unternehmen in Deutschland den KI-Einsatz als ’sehr wichtig‘ ein. In kleineren Unternehmen mit 50 bis 199 Mitarbeitenden hingegen liegt dieser Anteil durchweg niedriger. Die Ergebnisse legen nahe, dass mit steigender Unternehmensgröße auch die digitale Reife und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit KI wachsen.

Pro oder contra ist eine Frage von jünger oder älter

Auch das Alter der Führungskräfte beeinflusst die Bewertung deutlich. Befragte unter 45 Jahren zeigen in allen drei Ländern eine höhere Zustimmung zur Aussage, dass KI ein bedeutender Faktor für die Cyberabwehr ist.

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