
Das Fraunhofer-Institut für angewandte Optik und Feinmechanik IOF hat gemeinsam mit den Unternehmen Tesat und Spaceoptix ein Sende- und Empfangsteleskop für die satellitengestützte Laserkommunikation entwickelt. Das in Jena konzipierte System zeichnet sich durch seine Eignung für die Serienfertigung aus und ist für den Einsatz in Kommunikationsnetzwerken im All vorgesehen. Mit der Entwicklung soll Europa den Ausbau eigener Satelliteninfrastruktur vorantreiben.
Serientaugliches Teleskop für Laserterminals
Das Teleskop wurde speziell für das optische Kommunikationsterminal Scot135 des Unternehmens Tesat entwickelt, das in mittleren (MEO) und geostationären Erdumlaufbahnen (GEO) eingesetzt werden kann. Ziel der Entwicklung war ein robustes und kosteneffizientes Serienprodukt. Die Arbeiten am Fraunhofer IOF dauerten drei Jahre. Die ersten Flugmodelle wurden im Juni an Tesat ausgeliefert.
Technische Eigenschaften und Einsatzbedingungen
Das Teleskop dient gleichzeitig als Sende- und Empfangseinheit und erreicht in Kombination mit Scot135 eine Datenrate von bis zu 100 Gbit/s bei Übertragungsdistanzen von bis zu 80.000 Kilometern. Um der hohen Laserleistung von bis zu 50 Watt standzuhalten, wurde ein spezielles Wärmemanagementsystem integriert. Zudem wurden leichte und widerstandsfähige Komponenten für die Bedingungen im Weltall entwickelt.
Forschung und Fertigung verteilt auf Jena und Isseroda
Das optisch-mechanische Design entstand am Fraunhofer IOF in Jena. Produziert wird das Teleskop vom Unternehmen Spaceoptix, einer Ausgründung des Fraunhofer IOF, am Standort Isseroda. Aktuell wurden fünf Systeme gefertigt, jährlich sollen bis zu 50 weitere folgen. Die Zusammenarbeit soll helfen, neue Maßstäbe für industrielle Raumfahrttechnologie im sogenannten ‚New Space‘-Sektor zu setzen.
Förderung durch Esa-Programm ScyLight
Das Projekt ist Teil des Esa-Programms ScyLight, das die Erforschung sicherer und laserbasierter Kommunikationstechnologien in Europa unterstützt. Ziel ist es, unabhängige Fähigkeiten in kritischen Infrastrukturbereichen wie Sicherheit und Zivilschutz aufzubauen. Laut Tesat gilt das Teleskop als eine zentrale Komponente des Scot135-Systems und als Beitrag zur technologischen Souveränität Europas.






































