
Im It’s OWL-Projekt ‚Climate Bowl‘ (Climate neutral Business in Ostwestfalen-Lippe) haben Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft ein intelligentes Assistenzsystem zur Reduktion von Treibhausgasemissionen entwickelt. Das Ergebnis ist ein produktspezifisches Carbon-Footprint-Trackingsystem, das Unternehmen durch eine automatisierte Datenverarbeitung hilft, Aufschluss über ihre Emissionen zu erlangen.
Treibhausgasemissionen fallen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der industriellen Produktion an. Um CO2-Emissionen zu reduzieren, ist es zunächst notwendig, deren Quellen zu identifizieren, betonen die Projektpartner. Aufgrund der Wechselwirkungen verschiedener Industriebereiche und Produktionsprozesse sei dieser Schritt jedoch komplex und kostenintensiv. Auf dem Weg zur Klimaneutralität bedarf es nach Ansicht der Forschenden deshalb einer ganzheitlichen Herangehensweise, die eine präzise Bewertung der Treibhausgasemissionen zulässt. Hier setzt ‚Climate Bowl‘ an.
Potenzial erkennen, Emissionen vermeiden
„Als Projektergebnis ist ein produktspezifisches Carbon-Footprint-Trackingsystem entstanden, das Wissen durch eine konsistente, automatische und ortsunabhängige Datenverwaltung generiert. Darauf aufbauend haben wir die assistierte Entwicklung von Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen durch ein Unterstützungssystem umgesetzt, das Treibhausgasemissionen ihren Verbrauchern auf Basis von Energie- und Stoffstromdaten zuordnet. So können Energieeffizienzpotenziale erkannt und Vermeidungsmöglichkeiten ermittelt werden“, erklärt Prof. Dr. Henning Meschede, wissenschaftlicher Leiter des Projekts sowie Professor für Energiesystemtechnik an der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik der Universität Paderborn.
„Ein wesentlicher Fortschritt ist es, diese Informationen transparent für jedes Produkt und alle beteiligten Akteure abzubilden“, so Meschede weiter. Gegenwärtig existiere keine vergleichbare Lösung, auch im Hinblick auf die assistierte Ableitung geeigneter Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette. „Das Unterstützungssystem, das wir im Projekt entwickelt haben, schließt diese Lücke und hilft Unternehmen dabei, Klimaziele mithilfe gezielter Effizienzmaßnahmen zu erreichen. Klimaneutralität kann nur erzielt werden, wenn Unternehmen nicht auf Kompensation, sondern auf reale Vermeidung von Treibhausgasemissionen setzen“, fasst Meschede zusammen.
Das Forschungsprojekt mit einem Gesamtvolumen von rund 3,16Mio. Euro wurde nach dreijähriger Laufzeit Ende März abgeschlossen. Beteiligt waren die Universität Paderborn, der SICP – Software Innovation Campus Paderborn, die Universität Bielefeld, NTT Data Business Solutions, GEA Westfalia Separator Group, Miele & Cie. KG sowie die Phoenix Contact Smart Business. Zu den Förderern zählte neben dem It’s OWL Spitzencluster auch das damalige MWIDE.NRW, heute das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Nordrhein-Westfalen (MWIKE.NRW).






































