
Schwindler nutzen künstliche Intelligenz, um Personen zu imitieren und Menschen am Telefon zu täuschen. Spamschutz-Experte Thomas Wrobel von Clever Dialer erklärt, woran man einen Deepfake-Anruf erkennen kann und wie man sich davor schützt. Um eine Stimme nachzuahmen, brauchen die Betrüger kurze Sprachaufnahmen, etwa aus Sprachnachrichten oder Social-Media-Videos. Die daraus resultierende Fälschung ist oft verblüffend echt. Doch es gibt Hinweise, die auf einen KI-Fake hindeuten:
- Unnatürliche Pausen: Da KI-Modelle Sprache oft segmentiert generieren, können Gespräche stockend oder abgehackt wirken.
- Falsche Sprachmelodie: Künstlich generierte Stimmen klingen manchmal monoton oder betonen Sätze seltsam.
- Fehlende Hintergrundgeräusche: Ein echter Anruf aus dem Auto oder der Stadt hat Umgebungsgeräusche – eine digitale Imitation ist oft zu sauber.
- Unpassende Antworten: KI-basierte Betrugsversuche funktionieren meist nach Skripten. Unerwartete Fragen können sie aus dem Konzept bringen.
- Was passiert bei Unterbrechung? Menschen reagieren spontan, Deepfakes oft mit Verzögerung oder gar nicht, wenn der Angerufene nachhakt.
Wie Deepfake-Anrufe ablaufen
Typischerweise geben sich Anrufer als Verwandte oder Bekannte aus und bitten um Geld oder vertrauliche Informationen. Manchmal simulieren sie sogar Notlagen, um Druck aufzubauen. Die Betroffenen sind oft so überrumpelt, dass sie kaum Zeit zum Nachdenken haben.
Tipps für den Schutz vor Deepfake-Betrug?
- Rückfragen stellen: Unerwartete Fragen wie „Welche Farbe hat unser Auto?“ bringen KI-Stimmen oft ins Stocken.
- Das Gespräch unterbrechen und zurückrufen: Am besten die bekannte Nummer der betroffenen Person wählen. Geht diese nicht sofort ran, hilft für eine schnelle Überprüfung unbekannter Rufnummern auch eine Rückwärtssuche, um sich zusätzlich abzusichern.
- Keine sensiblen Daten am Telefon preisgeben: Kontodaten oder Codes sollten niemals telefonisch weitergegeben werden.
- Spamschutz-Apps nutzen: Sie helfen, bekannte Betrugsnummern zu erkennen und zu blockieren.
Vorsicht ist der beste Schutz
Im Zweifelsfall rät Thomas Wrobel, das Gespräch abzubrechen, über eine offizielle Nummer zurückzurufen und verdächtige Anrufe der Verbraucherzentrale oder der Bundesnetzagentur zu melden. Außerdem helfe es, sich auf dem Laufenden zu halten, sich mit anderen Nutzern auszutauschen und mit Hilfe einer eingebauten Anruferkennung unerwünschten Anrufen vorzubeugen. Denn je mehr Menschen über die neuesten Telefon-Scams Bescheid wissen, desto schwerer haben es die Betrüger.






































