11,5 Tage Produktionsverlust durch ineffiziente Kommunikation

Group of modern business people working together on a project. Networking. Startup concept
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Fachkräfte in Deutschland verwenden laut einer Studie von Grammarly, einem Spezialisten für KI-gestützte Schreibassistenz, bereits 30 Stunden ihrer wöchentlichen Arbeitszeit (75 Prozent) für die Kommunikation über unterschiedliche Plattformen. Davon wird die meiste Zeit mit 13,4 Stunden geschrieben, was auf ein Jahr gerechnet 77 Arbeitstagen entspricht. Über 12 Monate hinweg registrierte zudem mehr als jeder zweite Angestellte (59 Prozent) einen Anstieg des schriftlichen Kommunikationsaufwands.

Drei von vier (75 Prozent) befragten Fachkräften berichten von negativen Auswirkungen aufgrund ineffizienter schriftlicher Abläufe, etwa aufgrund mangelnde Sprachkompetenz, zeitaufwändiger Korrekturen unverständlicher Nachrichten oder dem ineffiziente Gebrauch von KI-Tools.

Geplatzte Geschäftsabschlüsse

Die Auswirkungen ineffizienter Kommunikation führen laut einem Viertel der befragten Führungskräfte zu höheren Betriebskosten. Das resultierte bei 15 Prozent sogar in geplatzten Geschäftsabschlüssen. Zwei Drittel der Befragten in Deutschland verlieren deswegen wöchentlich bis zu zwei Stunden Arbeitszeit, was Unternehmen jährlich 11,5 Arbeitstage pro betroffenem Mitarbeiter kostet. 29 Prozent der befragten Angestellten berichten sogar von drei bis fünf Stunden Zeitverlust pro Woche, mit einem Spitzenwert von 38 Prozent bei Gen Z. Einer der Hauptgründe ist laut Studienergebnis die Unklarheit der empfangenen Nachrichten, die zu weiteren Abstimmungen führt (44 Prozent).

Jeder zweite schreibt länger, wenn auf Englisch

Bei der Geschäftskommunikation auf Englisch steht die Sprachkompetenz im direkten Verhältnis zum Zeitverlust: Während 72 Prozent der Führungskräfte fließend bis verhandlungssicher sind, ist jeder dritte Angestellte (33 Prozent) lediglich konversationssicher. 63 Prozent der Angestellten mit geringen Englischkenntnissen benötigen entsprechend länger für das Verfassen von Nachrichten in der Fremdsprache. Jeder zweite Befragte erlebt generell einen höheren Zeitaufwand beim schriftlichen Austausch auf Englisch (49 Prozent). Fachkräfte berichten von Schwierigkeiten damit, Gedanken klar auszudrücken (41 Prozent), 39 Prozent haben Probleme mit der Grammatik und jeder Vierte ist unsicher über den passenden Tonfall seiner Nachrichten im beruflichen Kontext.

Negative Auswirkungen

35 Prozent der befragten Fachkräfte fühlen sich wegen schlechter Kommunikation am Arbeitsplatz gestresst. Besonders die junge Generation Z steht laut Studienergebnis unter großem Druck, davon berichten 45 Prozent der Altersgruppe. Dies kann sich negativ auf ihre Arbeitszufriedenheit auswirken und sogar die langfristige Bindung an das Unternehmen gefährden. Ein  Drittel der Angestellten berichtet davon. Jeder Zehnte erwägt aus diesem Grund sogar einen Jobwechsel. Für ein Viertel aller Befragten führt ineffiziente Kommunikation zu Produktivitätseinbußen wie etwa verpassten Deadlines, längeren Projektlaufzeiten oder verzögerter Problemlösung.

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