
Industrieunternehmen stehen unter dem wachsenden Druck, ihre Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Ein Stellhebel ist die Wärme- und Kälteversorgung. Für Unternehmen ergeben sich jedoch eine Vielzahl möglicher Maßnahmen und deren Wechselwirkung erschwert den strategischen Entscheidunsprozess. Das Forschungsprojekt Mistral (Methodik für integrierte, standortweite Transformationskonzepte industrieller Liegenschaften) unter Koordination der Technischen Universität Darmstadt will hier Abhilfe schaffen.
Die Forschungsgruppe ETA am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) sowie die Arbeitsgruppe Diskrete Optimierung der TU Darmstadt entwickeln gemeinsam mit Partnern aus der Industrie eine Methodik, die Unternehmen bei der Planung ihrer standortspezifischen Transformation unterstützen soll. Hierbei nutzen die Forschenden Ansätze der mathematischen Optimierung und dynamischen Simulation. Ziel des Forschungsverbundprojekts ist es, Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen – von der Energieinfrastruktur über Prozesse bis hin zur langfristigen Standortentwicklung – systematisch zu erfassen und miteinander zu verknüpfen, um geeignete Möglichkeiten zur Energieeinsparung für die Industrieunternehmen zu finden.
Zielgruppen: Chemie, Pharma, Lebensmittel, Papier und Grundstoffe
Die Methodik soll als Software umgesetzt Unternehmen aus den Branchen Chemie, Pharma, Lebensmittel, Papier und Grundstoffe befähigen, aus einem breiten Spektrum an Optionen diejenigen Maßnahmen auszuwählen, die sowohl ihre individuellen Nachhaltigkeitsziele als auch ökonomische und regulatorische Randbedingungen erfüllen. Als Grundlage dienen Referenzanwendungsfälle aus energieintensiven Branchen.
„Die in Mistral erarbeiteten Methoden werden die Unsicherheit bei der Planung von Transformationsmaßnahmen hin zu einer ,Netto-Null-Emissionen‘-Produktion – also dem Ziel, dass ein Unternehmen genauso viele Treibhausgase bindet, wie es freisetzt – an komplexen Produktionsstandorten verringern“, so Projektleiter Michael Frank vom PTW. „Durch unser breites Industriekonsortium stellen wir dabei die Anwendbarkeit sicher und tragen zur Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen in Deutschland bei.“
Der enge Austausch innerhalb des Projektkonsortiums eröffnet den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, direkt an einem praxistauglichen Transformationskonzept mitzuwirken. Zudem können sie Impulse an relevante Akteurinnen und Akteure der Energie- und Wirtschaftspolitik geben. Das Forschungsverbundprojekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms gefördert. Mistral wird durch den Projektträger Jülich betreut.






































